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Kennst du das? Ein Gefühl von Energielosigkeit. Tiefer Müdigkeit. Irgendwie auch Traurigkeit. Du bist ohne jegliche Motivation. Selbst zu den Dingen, die dir sonst Freude bereiten, kannst du dich nicht aufraffen. Du bewegst dich gefühlt im ersten Gang, weil es schneller einfach gerade nicht geht. ?!

Mir ging es die letzten Tage so. Seit ich am Freitag von meiner Yin-Ausbildung nach Hause kam, mit meinem Yin-Yogalehrer-Zertifikat. JAAA! Davon wollte ich dir eigentlich freudestrahlend berichten…

Doch dann war da keine Freude.

Ich war einfach nur ganz tief erschöpft und traurig.

Am Samstag ist es mir noch recht leicht gefallen, einfach nichts zu tun, auf dem Balkon zu sitzen, zu lesen, Löcher in die Luft zu starren, einfach zu sein. Doch das hielt nicht lange an, bis dann die Entspanntheit zu einer Unzufriedenheit wurde. Darüber, dass ich mich so hängen lasse. Dass ich doch jetzt etwas tun muss. Warum kann ich mich jetzt nicht aufraffen? Wieso bin ich so energielos und erschöpft? Ich will das jetzt nicht! Ich hab mich dafür verurteilt, hab innerlich gekämpft.

Am Montag sagte mir dann eine Freundin: „Das ist doch völlig in Ordnung, dass du müde bist. Auch das ist eine Emotion, die da sein darf.“ Und sie hat recht! Es darf so sein.

Es lohnt sich nicht gegen die eigenen Emotionen anzukämpfen.

Dieser Kampf raubt uns nur noch mehr Energie.

Ich darf müde sein. Ich darf einfach mal nichts tun. Ich darf zu manchen Dingen keine Meinung haben und ich muss keine Entscheidungen treffen, wenn ich es nicht will. Ich darf mich in diesen Momenten zurückziehen.
Und als ich mir das eingestanden, es mir erlaubt habe energielos und müde zu sein, spürte ich, wie sich meine Unzufriedenheit darüber auflöste. Während des heutigen Tages kamen Stück für Stück meine Lebensgeister wieder zum Vorschein und die Motivation zurück. 🙂

Was für eine Erkenntnis! Ich werde künftig genauer hinhören und mir dann in diesen Phasen Zeit für mich nehmen. Den Mut haben dann auch mal Nein zu sagen, zu einem Termin oder einer Verpflichtung. Denn jede Emotion darf ihren Platz und ihre Zeit haben. Wir können nicht immer gut drauf und bester Energie sein. Auch wenn die Gesellschaft uns das so spiegelt.

Jetzt, am Dienstagnachmittag sitze ich guter Laune an diesem Beitrag und fühle mich wieder lebendiger. Ja, ich bin vorhin sogar pfeifend durch die Wohnung gelaufen und werde mich gleich noch auf mein Rennrad schwingen.

Wie es mir bei meiner Yin-Ausbildung erging und was es mit Yin denn überhaupt so auf sich hat, erfährst du dann eben im nächsten Blog-Beitrag.

Alles Liebe, Sandra