Faszination Koh Phangan

Faszination Koh Phangan

Ich sitze hier in einem stylischen Kaffee mit Meerblick. Es gibt hervorragenden Kaffee aus der Siebträgermaschine, für mich mit Haferdrink. Auch alle andere Pflanzen-Alternativen sind möglich. Dazu gibt es ein Porridge auf Kokosmilchbasis mit Früchten. Ansonsten stehen auf der Karte unterschiedliche Früchte-Bowls, Smoothies, Omelettes, Toasts mit Avocado & Co.

Genau mein Geschmack

Genau das was ich mir auch zuhause bestellen würde. Und ja, abgesehen vom Meerblick könnte das Kaffee tatsächlich auch in Bonn sein. Noch nicht mal die sprachliche Kulisse ist sonderlich anders, weil von überall immer wieder ein paar Brocken deutsch zu hören sind und ja auch in Bonn Unterhaltungen auf Englisch keine Seltenheit sind.

Ich genieße es und habe es mir ja auch ausgesucht. Wobei… eigentlich hatte ich ein anderes Frühstücksziel, doch beim Vorbeifahren hat mich das Café so angesprochen, dass ich kurzerhand meinen „Plan“ geändert habe. Gut so, denn kaum dass ich saß, hat es mal wieder ordentlich geregnet.

Wo ich hier so sitze, mit mir alleine, ganz unabgelenkt, kreisen meine Gedanken um die Faszination dieser Insel. Warum dieser Ort so ist wie er ist.

Alles andere als ein typischer Urlaubsort

Der Großteil der Menschen lebt auf längere Zeit hier, sind digitale Nomaden. Menschen, die einen anderen Lebensplan für sich suchen, die eine Vision haben, auf der Suche sind, sich weiterentwickeln wollen. Und es gibt hier auch gefühlt alles auf dieser Insel zum weiterentwickeln und eine gute Zeit haben: Yoga, QiGong, Breathwork, Embodiment, Tantra, Energiearbeit, Tanzen, Wassersport, Sauna & Eisbaden, natürlich jede Menge Partys und alles andere was ich jetzt ausgelassen habe, auch. 😉

Und mir kam der Gedanke, dass Sri Thanu (der Ort an dem ich hier auf der Insel lebe) eine Eigen-Kreation von Digitalen Nomaden ist. Ein Ort, der sich über die Jahre den Bedürfnissen angepasst hat: Angebote zur Persönlichkeitsweiterentwicklung & Co., westlichem Essen, schicken Cafés, coolen Bars, neuen & modernen Unterkünften, Co-Working-Spaces und noch vielen weiteren Annehmlichkeiten. Ein selbst kreiertes Paradies für Digitale Nomaden.

Eine spirituelle Community

Einige Stunden am Tag arbeiten. Davor/dazwischen/danach an den Strand, zu irgendeinem Workshop oder zur nächsten Party. Hört sich ziemlich cool an und vielleicht ist es das auch.

Ich bin trotzdem energetisch noch nicht so ganz auf der Insel angekommen…

Draußen regnet es gerade so krass, dass ich binnen einer Minute klatschnass wäre! 🙈 Also bleib ich noch einen Moment hier sitzen bevor es dann für mich heute auf eine kleine Roller-Tour über die Insel geht, in den Norden zum Malibu Beach (eine kleine Strandzunge), dem angrenzenden Chaloklum Beach und dem nochmal 3 km weiter östlichen liegenden Haad Khom Beach und seinem Aussichtspunkt.

Wusstest du, dass in Asien Linksverkehr herrscht? Ich bin erstaunt wie schnell ich mich nicht nur wieder an das Rollerfahren an sich, sondern auch an den Linksverkehr gewöhnt habe. Schon eine sehr nette Sache so ein Gefährt! 🙂

Welcome to Koh Phangan

Seit gestern bin ich auf Koh Phangan. Das Shuttle hat mich überpünktlich an meiner Unterkunft abgeholt und zur Fähre gebracht, die mich mit vielen anderen Touris in 30 Minuten Fahrzeit auf die andere Insel gebracht hat. Dort wollte ein Thai mir erst eine Taxifahrt für 800 Baht (20 Euro für 10 Km) anbieten. Ich hab schließlich einem Roller-Ride für 300 Baht zugestimmt und war sehr gespannt wie das mit meinem Gepäck funktioniert. „Ganz einfach“ – der Handgepäckskoffer stand im Fußraum, der große Backpack längs auf seinem Schoß und der Armatur. 🙈 Wer übrigens sagt, dass Thailand günstig ist, der war schon lange nicht mehr hier.

Es ist spannend zu bemerken, wie gestern mit meiner Ankunft auf Koh Phangan – in meiner vorübergehenden Unterkunft – direkt ein paar Widerstände mit eingezogen sind. Gedanken wie „das ist ja ganz schön anders als auf Samui“ und „die Unterkunft ist ja ganz schön basic, obwohl sie einen Haufen Geld kostet“… Gedanken, die Emotionen in mir auslösen und meine Stimmung beeinträchtigen.

Die Unsicherheit, ob ich in diese Welt gehöre, ob ich hier reinpasse. In die Welt der schönen Menschen, der coolen digitalen Nomaden und Coaches… da sind sie die Selbstzweifel.

Und dann erinnere ich mich wieder, dass ich dafür ja hier bin. Nicht um unentwegt eine tolle Zeit in meiner (ausgeweiteten) Komfortzone zu haben – dann wäre ich einfach einige Wochen in Urlaub gefahren. Vielmehr will ich ja Neues erfahren, bin hier um mich in neue Situationen zu bringen, zu sehen wie ich darauf reagiere, was es mit mir macht.

Ich werde in den nächsten Wochen darüber berichten wie sich meine Reise hier so entwickelt.

Ayurveda-Rückblick

Ayurveda-Rückblick

4 Tage ist es erst her… das Ende meiner Ayurveda-Kur

und damit der Beginn der Thailand-Reise. Es fühlt sich bereits viel länger an… nicht weil die Wirkungen der Ayurveda-Kur verblasst sind, sondern die Erlebnisse in den letzten Tagen schon wieder so intensiv waren. Heute bin ich voll im Genussmodus, lasse mich durch das Fisherman’s Village treiben, von einem Laden zum Anderen, nach was mir gerade so ist. Bewappnet mit meinem Tablet, an dem ich heute mal die letzten Tage zusammenfassen möchte.

Spannend ist, dass egal in welchem Restaurant oder Café ich hier bislang gesessen habe, es keiner wirklich eilig hat, meine Bestellung aufzunehmen oder zu kassieren um den Platz für weitere Touristen frei zu machen. Ich finde das wunderbar und sehr entspannend. Im Netz lese ich allerdings immer wieder Bewertungen, dass das Essen zwar gut ist, es jedoch unglaublich lange dauert, bis das Bestellte kommt. Tja, wir sind halt eben hier nicht im durchgetakteten Deutschland… und genau das ist doch so toll 🙂

Gerade sitze ich jedenfalls mit Meerblick in einer Bar, die Positive Vibes heißt, bei einem Golden Smoothie (Mango, Banane, Yoghurt) und südamerikanischen Gitarren-Klängen. Die sind etwas gewöhnungsbedürfig. Ansonsten ist es Genuss pur!

Doch ich möchte noch nicht detailliert über Thailand berichten, sondern erstmal einen kleinen Rückblick über die Panchakarma-Kur geben. Panchakarma steht im Ayurveda für die Reinigung und Befreiung des Körpers von unerwünschten Abfällen, die sich im Körper je nach Lebensgewohnheit über die Jahre im Körper ansammeln und Krankheiten verursachen.

Panchakarma bedeutet frei übersetzt ‚fünf Handlungen‘ und steht für die 5 Wege über die eine Reinigung und Entgiftung erfolgen kann:

  1. Einläufe (Vasti)
  2. Abführen (Virechana)
  3. therapeutisches Erbrechen (Vamana)
  4. therapeutische Reinigung über die Nase (Nasya) oder
  5. Aderlass (Rakta Moksha)

Der Aderlass und auch das therapeutische Erbrechen wird in vielen Kliniken und Resorts nicht praktiziert, so war es auch bei mir in der Villa Safira. Ich war nicht böse drum.

Wie sah denn so ein klassischer Kur-Tag aus?

Frühstück von 7:30 bis 9:30 Uhr, je nachdem wann die Behandlung beginnt. Den Behandlungsplan bekamen wir beim Abendessen direkt von den Ärztinnen überreicht. Das Frühstück bestand aus 4 Gängen:

  1. einem Obstteller mit Wassermelone, Banane, Papaya, Mango und Guave
  2. einer Suppe
  3. einem Teller mit Proteinen (meist Kichererbsen oder Bohnen mit Kokosraspeln, auch mal einem Coconut-Roti oder Reis mit Gemüse) und
  4. einem Dessert.

Ja, es ist irre viel. Hungern musste ich definitiv nicht bei der Kur. Während ich die ersten Tage noch alles fleißig aufgegessen habe, reduzierte ich dann doch relativ schnell auf 2 Gänge (meist das Obst und das Dessert ☺️) um zum Mittagessen auch wieder Hunger zu haben.

Die Behandlungen waren immer am Vormittag und dauerten in der Regel ca. 2 Stunden. Manchmal ging es schon um 8:30 Uhr los, manchmal auch erst um 11:00 Uhr. Mir war der Start gegen 10:00 Uhr am liebsten. Dann musste ich nicht allzu früh zum Frühstück, was ja so gar nicht meins ist, und konnte vor und nach den Behandlungen noch etwas entspannen. Denn um 13:00 Uhr ging’s schon wieder wieder mit dem Mittagessen weiter.

Hier kommt grad übrigens so eine Gras-Fahne zu mir rüber 🙈 …wie so oft auf dieser Insel. Weil man in Thailand (als einzigem Land in Asien) seit 2022 Cannabis legal in Shops kaufen kann. Das Rauchen an öffentlichen Plätzen ist jedoch immer noch illegal.

Doch wieder zurück, zu den Behandlungen. 🙂 Die Behandlungen variierten, zum einen je nach Dosha, jedoch auch je nach Verlauf.

Genau, also vorneweg: Es gab am ersten Tag eine Anamnese durch die Ärztinnen, in der über aktuellen Beschwerden, aber auch chronische Themen gesprochen wurde. Es gab eine Pulsdiagnose, die Zungendiagnose, eine Blutdruckmessung und das Gewicht wurde festgehalten. Daraufhin wurden die Doshas ermittelt und der der gesamte Behandlungsplan erstellt.

Die Doshas

Was sind die Doshas? Die drei Doshas – Vata, Pitta, Kapha – sind die Lebensenergien, die möglichst immer im Gleichgewicht gehalten werden sollten. Ayurveda sagt, dass wenn die Energien im Gleichgewicht sind, der Mensch gesund, fröhlich und voller Vitalität ist. Wir tragen Anteile aller drei Energien in uns. Niemand ist also ausschließlich nur ein Dosha. Jedoch kann durchaus ein Dosha dominieren und vor allem je nach Lebensgewohnheit ins Ungleichgewicht geraten.

Bei mir und bei den meisten anderen Gästen ergab die Anamnese eine Vata-Pitta-Konstitution. Etwas spektisch war ich zu Beginn, weil ich weiß, dass ich durchaus auch einige Kapha-Anteile in mir trage. Doch ich bin ja hier um mich darauf einzulassen, neugierig und offen zu bleiben.

Begonnen haben meine Behandlungstage mit einer Kopf-, Gesichts- und Fussmassage und der Krönung – wie ich finde – einer Body Synchron Massage, bei der 4 Hände gleichzeitig massieren. Mit Öl wird hier nicht gespart und das Öl ist auch nicht irgendeines sondern eine ayurvedische Verkochung von unterschiedlichen Kräutern. Meist ist die Basis Sesamöl. Es hat einen sehr speziellen Geruch, den nicht alle mögen. Ich liebe diesen Geruch und hab mir auch einige Öle für Zuhause mitgenommen. Das Öl wird individuell für die Beschwerden und die Doshas ausgewählt. Der Kopf wird generell mit einem anderen Öl behandelt. Die Gesichtsmassage erfolgte mit einer sehr reichhaltigen Kräutercreme. Abgeschlossen wurde die Behandlung immer mit einem Kräuterbad. Ca. 15 Minuten in lauwarmen Wasser liegend nachruhen und das Öl einziehen lassen. Erst gegen Ende der Kur wechselte es zu einem Kräuterdampfbad, der Swedana, die mir von meiner bisher einzigen Abhayanga-Anwendung in München bislang bekannt war.

Die Massage-Behandlungen ähnelten sich, eine Kopf- und Gesichtsmassage gab es jeden Tag, die jeweils 20 Minuten dauerten. Nach meinem Darmreinigung-Tag wurde die Synchron-Massage durch eine Intensiv-Massage und eine Spezial-Massage ersetzt. Die Intensiv-Massage war identisch mit der Synchron-Massage nur mit 2 Händen und die Spezial-Massage widmete sich 20 Minuten dem Körperteil, das am meisten Beschwerden macht – bei mir der Nacken und obere Rücken.

Die Darmreinigung war – wie ich fand – relativ unspektakulär. Ich musste um 5:30 Uhr mit viel heißem Wasser zwei Kräutertabletten, die wie Lakritz aussahen, einnehmen und circa 20 Minuten spazieren gehen um die Verdauungstätigkeit anzukurbeln. Dann passierte erstmal nichts, außer dass ich zwei Stunden später ordentliche Magenschmerzen und Übelkeit bekam. Gegen 9:30 Uhr gab es eine Reissuppe. Danach ging es relativ schnell und die Darmreinigung war erfolgreich abgeschlossen. 😉 Ich ruhte mich den restlichen Vormittag aus. Um 12:00 Uhr kam das Mittagessen (Reis mit Dal) auf mein Zimmer. Am Nachmittag hatte ich zumindest noch meine tägliche Kopf- und Gesichtsmassage. Das Abendessen bestand an dem Tag – wie auch an meinem Einlauf-Tag, der am Anfang des letzten Drittels war, aus gedünstetem Gemüse. Der Kräuter-Einlauf war noch unspektakulärer. Den Einlauf mit ca. 80ml Kräuteröl gab es nach dem Mittagessen. Das Kräuteröl sollte 20 Minuten (in Seitenlage liegend) im Enddarm bleiben und wurde dann mit dem nächsten Toilettengang wieder ausgeschieden.

Etwa in der Hälfte der Kur, wurde die Intensiv-Massage durch eine Kräuterstempel-Massage ersetzt. Kräuter waren dabei in Baumwollstoff eingewickelt und zu Stempeln geformt. In heißem Dampf erhitzt wurde der ganze Körper damit „abgestempelt“ und behandelt. Zwischendrin kam noch der im Ayurveda so bekannte Stirnöl-Guss (Shirodhara) dazu. Die Stirn, genauer gesagt das 3. Auge, wird dabei 20 Minuten lang mit heißem Öl berieselt. Der Stirnöl-Guss soll das 3. Augen öffnen, harmonisierend und entspannend auf das Nevensystem wirken und Beschwerden wie innere Unruhe, Schlaf- und Konzentrationsstörungen lindern. Ich fand es nicht sonderlich angenehm und hab auch keine Veränderung wahrgenommen. Ich war nicht traurig, als er wieder abgesetzt wurde. Auch das Shirovasti (ein Kopfeinlauf), die Krönung mit einem Bananenblatt und einer Kräuterpaste auf dem Kopf, blieb für mich ohne spürbare Wirkung.

Super fand ich die Powder-Massage. Dabei wurde ich mit einer braunen Kräuter-Öl-Paste eingerieben und massiert. Zum einen hatte es einen Peeling-Effekt für die Haut und eine – wie ich finde – sehr wärmende und reinigende Wirkung. Damit hat auch die Kur abgeschlossen. Für mich das perfekte Finish im Reinigungsprozess. Natürlich neben dem Blütenbad, das es an meinem letzten Tag gab, nachdem ich nochmal eine letzte Body-Snychron-Massage bekommen habe. Love it… 🤩 …and definitely miss it!

Ursprünglich war das Blütenbad das „Bad der Königinnen und Könige“ – heute ist das Blütenbad der krönende Abschluss einer jeden ayurvedischen Kurbehandlung. Es ist wirklich großartig inmitten wundervoller Blüten zu liegen und das neu gewonnenes Wohlgefühl zu genießen.

Zu der täglichen Behandlung gehörte auch eine Arztkonsultation, bei der immer der Blutdruck gemessen wurde, der Stuhlgang, Schlaf und aktuelle Problematiken besprochen wurden. Die sich dann ggf. auf die Anpassung der unterstützenden Kräuter-Medizin, die wir morgens und abends bekamen, auswirkte.

Nachdem ich jetzt hier intensiv auf den Behandlungsverlauf eingegangen bin, nochmal zurück zum Tagesablauf:

Wie schon oben erwähnt, gab es immer zwischen 12:30 und 14:30 Uhr Mittagessen, 2 Gänge:

  1. Reis mit 5 verschiedenen Gemüsebeilagen (Dal, unterschiedliche Currys, für mich oft Lasia-Root – weil das gut für meine Verdauung ist)
  2. Dessert

Der Nachmittag war frei. Um 16 Uhr gab es Yoga am Strand. Der Platz war großartig – mit Strandblick, die Yogaklasse jedoch etwas gewöhnungsbedürftig 😉 Unterrichtet hat Darshana, so heißt der Yogalehrer, klassisches Hatha Yoga. Soweit so gut. Das unterrichte ich ja auch. Doch unsere westliche Art und Weise des Praktizierens unterscheidet sich deutlich zur indischen. Während ich im Yoga immer erstmal mobilisiere um für die folgenden Asanas beweglicher zu sein, wurde hier nach dem angestimmtem „Om“ gleich durchgestartet. 3 Runden Sonnengruß und dann ging es durchaus auch schon gleich in die Krähe oder den Kopfstand, also definitiv Advanced-Position. Auch machte die von ihm gewählte Abfolge der Asanas für mich keinen Sinn. Tatsächlich hatte er einfach keine Struktur und hat das gemacht, was ihm gerade eingefallen ist oder wir uns gewünscht haben. Meist hatte ich jedenfalls – und ich bin alles andere als unbeweglich – danach Schmerzen, vor allem im Nacken. Yoga ist also nicht gleich Yoga und vor allem sind unsere westlichen Körper durch das viele Sitzen auf Stühlen (und nicht auf dem Boden, wie es hier üblich ist) steif und die Muskeln verkürzt.

Nachdem ich ihm und mir in der ersten Woche noch mehrere Chancen gegeben habe, gestaltete ich in der zweiten Woche oft meine eigene Bewegungseinheiten, entweder auf meinem Zimmer oder am Strand einfach schon etwas früher. Das TukTuk-Shuttle hat uns ja zu jeder gewünschten Zeit zum Strand gebracht. Meistens hab ich es jedenfalls genossen zumindest einmal am Tag das Resort zu verlassen, entweder zu einem Strandspaziergang, zum Besuch eines Tempels oder der nahe gelegensten „Stadt“ Aluthgama. Bei dem Wort Stadt stellen wir uns ja einen ganz netten Stadtkern mit einer Fußgängerzone vor, wo man vielleicht sogar draußen in einem Café oder Restaurant sitzen kann, alles schön und entspannt ist. Deshalb ist Stadt auch in Anführungszeichen gesetzt. 😉 Aluthgama bietet all das jedenfalls nicht. Es ist schmutzig und hektisch. Die Läden liegen alle an der Hauptverkehrsstraße, schlendern ist hier nicht wirklich drin. Man fährt mit TukTuk oder Roller einfach gezielt zu dem gewünschten Laden. In den größeren Städten Sri Lankas (Colombo oder Galle) mag das vielleicht anders sein; Aluthgama ist mit ca. 56.000 Einwohner auch eher klein und unbedeutend.

Das Abendessen mit 3 Gängen gab es ab 19:00 Uhr und danach war der Tag auch beendet. Meist lag ich um 21:00 Uhr bereits im Bett mit Buch und dem Handy um die Story des Tages zu gestalten und loszuschicken.

Die Essen, insbesondere das Abendessen war für mich ein Highlight, weil es einfach wirklich immer lecker war und wir alle (zumindest alle Gäste unseres Hauses, maximal 8) nach einem meist doch sehr erfüllten Tag zusammenkamen und uns austauschen konnten. Die Ärztinnen kamen, haben sich nach unserem Wohlbefinden erkundigt und uns den Plan für den nächsten Tag gegeben, der dann die nächsten Minuten zum Gesprächsthema wurde „Wer ist wann dran?“. Eine schönes Ritual. Und das Essen in Gemeinschaft ist doch einfach was sehr Schönes.

Beim Frühstück wäre ich allerdings oft lieber alleine gewesen. Davon abgesehen, dass mir die Frühstückszeit eh viel zu früh war (zuhause frühstücke ich in der Regel nicht vor 10:00 Uhr), habe ich morgens einfach gerne meine Ruhe, bleibe bei mir und starte bewusst in den Tag.

Mein Fazit nach den 14 Kur-Tagen

Meine Haut hat sich selten weicher und geschmeidiger angefühlt. Meine Haare sind weich und voll. Meine Fingernägel noch kräftiger als sie eh schon sind. Meine Gesichtshaut ohne größere Unreinheiten und trockene Stellen. Ich habe keine Blähungen und ein ganz natürliches Hungergefühl. Keinen Heißhunger. Auch hier am 4. Tag auf Thailand habe ich noch keine Schokolade gegessen und auch keinen Kaffee getrunken, weil ich einfach kein Bedürfnis danach habe. Mein Nervensystem, das aufgrund der letzten ereignisreichen letzten Monate am Anschlag war, konnte deutlich entschleunigen und runterfahren – allein schon durch das viele Ruhen und ja, einfach Nichtstun, das mir sonst zuhause wirklich mehr als schwer fällt.

Die Kommunikation war teilweise sehr schwierig, insbesondere beim Arztgespräch hat sich das bemerkbar gemacht. Die Ärztinnen konnten zwar einige Brocken deutsch, jedoch nur mäßig gut englisch. Bei wirklich schwerwiegenden Beschwerden stelle ich mir das sehr schwer vor. Zumal ich den Eindruck hatte, dass die Sri Lankischen Ärztinnen nicht besonders mit unseren westlichen Beschwerden vertraut waren. Auf mein Thema Zähneknirschen und das Fragen nach einer Massage der Kiefermuskulatur sage sie nur „Don‘t do that. That‘s not good.“ 🙈 Ja, ich weiß und  mache das auch nicht mit Absicht.

Auch den Masseuren (zumindest meinem) war die Massage der Kiefermuskulatur nicht bekannt. Bei den Masseuren gab es – wie es ja immer ist – Unterschiede in Art und Druck der Behandlung. Jeder hatte jedoch seine Stärken und ich fand, dass sie alle sehr gute Arbeit gemacht haben. Es gab 3 Frauen und 3 Männer die massiert haben. Da es im Resort einen deutlichen Frauen-Überschuss gab (welch‘ Wunder 😉) wurde ich nach meiner Zustimmung den Männern zugeteilt.

Das Haus, die Villa Safira, fand ich großartig. Um genau zu sein waren es zwei Häuser. Eines hatte 4 Zimmer; das Haus, in dem ich war, 6. Die Behandlungsräume lagen dazwischen. Durch die Lage im Landesinneren war es abgesehen von den Tiergeräuschen – insbesondere des Pfaus – sehr ruhig. Und trotzdem war der Strand mit dem TukTuk in 5 Minuten erreichbar. Durch die Größe (besser gesagt „Winzigkeit“) war es sehr persönlich. Alle kannten unsere Namen und auch wir kannten uns untereinander gut, zumindest innerhalb unseres Hauses. Der Service war großartig. Machmal – besonders am Anfang – war es mir zu viel, da ich das so gar nicht kannte. Zweimal am Tag kamen die Room Boys aufs Zimmer haben das Bad geputzt, neue Handtücher gebracht und das Wasser, sowohl die Thermoskanne, als auch die normale Wasserflasche, aufgefüllt. Abends wurde das Bett mit Moskitonetz vorbereitet. Nach der Behandlung gab es immer eine Kokosnuss aufs Zimmer. Und alles andere was man wollte gab es auch – abgesehen von Kaffee, Schokolade und Eis 😅. Nein, natürlich musste es dem Ablauf der ayurvedischen Kur entsprechen.

Der Hotelmanager kam auch mindestens einmal am Tag vorbei. Der hat mich übrigens auch an meinem ersten Tag mit seinem Privatauto nach Aluthgama runtergefahren, damit ich mir neue FlipFlops kaufen kann.

Das Personal in Summe war super freundlich, weil das die Sri Lanker einfach generell sind. Jedoch weiß man hier auch nie, was sie sich wirklich denken und ob das Grinsen nicht auch einfach aufgesetzt ist. Das ist halt die Kultur. Mich hat es manchmal schon sehr gefordert und ja genervt, weil ich hin und wieder eben für mich sein wollte. Gerade bei mir – mit meiner Gartenterrasse – war ständig jemand um mich herum zum Laub fegen und Palmen schneiden, und ach was denen sonst noch so alles einfiel. Durchaus auch immer wieder dann wenn ich mich im Zimmer gerade umgezogen habe. 🙃

Neben den Behandlungen, Yoga-Sessions, Essen und dem ein oder anderen Ausflug in die Stadt, gab es auch den Besuch zwei ganz nahgelegener buddhistischer Tempel – einfach wundervolle Energieorte – und definitiv ein Highlight: den Besuch einer Schildkröten-Farm ♥️

Wieder zurück in Thailand

3 Stunden, ein Getränk und ein Essen später – es gab Fried Rice mit Gemüse – sitz ich immer noch auf meinem Platz, ohne dass ich angesprochen wurde, ob ich was bestellen oder zahlen möchte. Draußen ist es dunkel geworden und ich mache mich jetzt auf den Rückweg. Schlendere am Strand zurück – wie schön das hier machen zu können (in Sri Lanka undenkbar, weil es dort zu gefährlich ist, nicht nur wegen der freilaufenden Hunde) – und bummel ein letztes Mal über den Night Markt zurück zu meinem Bungalow. Werde mir dort wohl noch einen Portion Mango Sticky Rice und ein Brot für mein Frühstück kaufen.

Indien-Rückblick

Indien-Rückblick

Zwischenzeitlich sind einige Tage seit dem letzten Eintrag vergangen

Sehr bunte, voll gepackte und eindrucksvolle Tage in Indien.

Und Tage des Ankommens und Rückzugs in Sri Lanka bei meiner Ayurveda-Kur, die nicht nur auf körperlicher Ebene wirken. Die Kurtage sind strukturiert (Frühstück – Anwendungen – Mittagessen – Yoga am Strand – Abendessen) und die Möglichkeiten sehr begrenzt. Meine sonstigen Ablenkungsmechanismen (Essen, Unterwegssein) funktionieren hier nicht. Es bleibt also viel Zeit für mich, in der neue und alte Themen auftauchen, in der ich durch Sehnsüchte, Zweifel, Dankbarkeit, Traurigkeit, Ängste, Momente der Freude fließe.

5 Kurtage erwarten mich noch bevor es dann übergeht in die 3. Etappe meiner Reise – alleine und auf mich allein gestellt nach Thailand.

Doch vorher nochmal ein paar Worte zu Indien.

Was Indien für mich ausgemacht hat

Indien ist ein Land der Superlative, in dem es von allem einfach ein bißchen zu viel gibt und alles um einiges intensiver ist, als wir Deutsche es kennen und gewohnt sind. Das macht es oft sehr anstrengend, doch gleichzeitig auch so wundervoll und einzigartig!

An dieser Stelle nochmal auf einzelne Erlebnisse einzugehen würde definitiv den Rahmen sprengen und ohnehin lässt sich das Erlebte nur schwer in Worte fassen. Doch das ist mein Gesamtbild und was Indien für mich ausmacht:

  • Ein chaotisch wirkendes und doch unglaublich gut funktionierendes Zusammenspiel aller Verkehrsteilnehmer (inklusive der Kühe) auf indischen Straßen.
  • Der sich vermischende Duft von Räucherstäbchen, Gewürzen, Müll und Abgaßen.
  • Ein tägliches Konzert aus Tempelgesängen und hupenden Autos.
  • So unglaublich viele wundervolle Tempelstätten und Energieorte, egal ob groß, klein, aktiv oder inaktiv.
  • Dal und andere scharfe Speisen zu jeder Tageszeit. Süßigkeiten & Desserts, die wirklich unglaublich süß sind.
  • Die offenherzigen und neugierigen Augen der Inder.
  • Die Intensität ihres Glaubens.
  • Ihre Dankbarkeit und Zufriedenheit – trotz des so einfachen Lebens.
  • Gleichzeitig auch viel Armut, Qual und Verzweiflung, mit der ich jedoch (zum Glück und vielleicht auch zu unserem Schutz) eher weniger Erfahrung gemacht habe.

Um diese Intensität und Vielfalt Indiens wirklich zu erleben braucht es alle 5 Sinne. Vielleicht geben jedoch zumindest meine Bilder einen kleinen Einblick.

 

Liebe Grüße aus Sri Lanka und bis bald 🤗

Eindrücke über Eindrücke…

Eindrücke über Eindrücke…

Der erste Tag in Indien war voller Eindrücke.

  • Volle, laute Straßen, dabei jedoch ausschließlich gelassene Verkehrsteilnehmer (auf deutschen Straßen fühle ich mich deutlicher unsicherer – vielleicht liegt‘s an der Geschwindigkeit) und das obwohl anschnallen hier ein Fremdwort ist
  • Bunte Markt-Stände
  • allerdings auch überschwemmte Märkte und Toiletten nach tagelangem Regen
  • auf Straßen freilaufende Kühe, Hunde und Schweine
  • Müllberge
  • 1400 Jahre alter Tempelanlage am Meer
  • Harte Krishna Tempel in Chennai mit Aarti-Ritual
  • bunt geschmückte Busse & LKW’s
  • unfassbar gutes Essen
  • strahlende und wunderschöne Frauen mit ihren Sanghas und einfach unfassbar herzliche, offene und sehr neugierige Menschen

Kein Wunder, dass jegliche Energie am Abend verschwunden war, ich müde, kraftlos und frustriert war – nach zudem auch nur 3,5 Stunden Schlaf. Der Tag hätte noch etwas mehr Zeit haben können, Zeit für mich, Zeit um vielleicht mit einem gutem Kaffee den Menschen und dem Treiben zuzuschauen. Den Menschen, die hier so schön sind, von ihnen heraus strahlen obwohl viele von ihnen kaum was besitzen. 4,6 Millionen Einwohner hat Chennai, gemeldete Einwohner. Sicherlich kommen nochmal genauso viele ungemeldete dazu, die irgendwo auf der Straße oder in Barakken leben. 🙈

Guten Morgen aus Indien

Guten Morgen aus Indien

…bei 25 Grad und Regen! 🙈

Die Ankunft am Flughafen war sehr laut, bunt und aufregend. Nach genauer Prüfung der Beamten hier – oder welchen Status die auch immer hier haben mögen, die die Visakontrolle machen – hab ich nach Beantwortung einiger Fragen dann doch den ersten Stempel in meinen Reisepass bekommen. Yeah!

An der Gepäckausgabe treffe ich schon 3 weitere Mädels meiner Yogagruppe, die unwissentlich mit mir im Flieger von Abu Dhabi nach Chennai saßen. Und unser Fahrer erwartet uns auch schon mit Zettel in der Hand, auf dem unsere Namen stehen. So „exklusiv“ wurde ich auch noch nie vom Flughafen abholt 😉 Macht hier aber durchaus Sinn. Am Flughafen herrscht Chaos. Obwohl es 4 Uhr nachts ist, sind super viele Menschen unterwegs und es ist laut. Immer mal wieder liegt an irgendeiner Ecke jemand und schläft, Hund streunen rum, es regnet und ist super schwül. Welcome to India!

Unser Fahrer ist schonmal vorgelaufen das Auto holen. Wir laufen unserem Guide, Venu, hinterher. Ich bin super happy, dass wir den haben. Unser Shuttle ist einzigartig (ausgestattet mit Soundhorn) 😉 und innen genauso bunt wie das Treiben vorm Flughafen.

Keine 15 Minuten Fahrt über volle Straßen, Schotterpisten mit lautem Gehupte sind wir bei unserem Hotel und 20 Minuten später – nach schnellem Checkin im Zimmer. Mein „Mitbewohner“ Sebastian sitzt – weil der Flug überbucht war (die arme Socke!) – noch in Abu Dhabi am Flughafen fest und kommt erst am Montag an, weshalb ich diese Nacht das Zimmer für mich alleine habe. Nach einer Dusche falle ich um 5 Uhr ins Bett. Um 8:40 klingelt der Wecker für das super leckere indische Frühstück. Genau nach meinem Geschmack! 😍

Doch nochmal einige Stunden zurück

Während ich im Flugzeug nach Abu Dhabi sitze, beim Start die rechte Hand auf mein Herz gelegt, die Augen geschlossen, lasse ich die letzten Stunden und Tage Revue passieren. Ich bin voller Dankbarkeit – voll schöner Emotionen und Erinnerungen. Ich lese nochmal die mir mitgegebenen Abschiedsworte durch und mir laufen dabei Tränen über die Wangen. So viel Liebe zu spüren, so viel gute Wünsche zu erhalten, zu wissen, dass wunderbare Menschen an meiner Seite sind, auch auf die Distanz, berührt mich und macht mich glücklich. DANKE!

Der Flug war gut und trotzdem zäh. So langes Sitzen… puh! Das ist nichts für meinen Nacken und Rücken! Doch ich bin froh gut angekommen zu sein, unsere Welcome-Yogapraxis am Montagmorgen hat auch meinen Körper gut getan und gleich geht es raus in das erste indische Abenteuer.